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Montag, 19. März 2012

Rezension

Die Reise beginnt
Godspeed I
von Beth Revis




Die Welt von morgen - ein Thriller der Extra-Klasse

Quelle: Dressler


Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der "Godspeed". Sie und ihre Eltern sollen am Ende der Reise zu einem neuen Planeten wieder erweckt werden – 300 Jahre in der Zukunft. Doch Amys Kühlkasten wird zu früh abgeschaltet. Wollte jemand sie ermorden? Gewaltsam ins Leben zurückgerissen, findet sie sich in einer fremden Welt wieder, in der alle Menschen einem tyrannischen Anführer folgen. Nur einer widersteht: der rebellische Junior, der sich fast magisch angezogen fühlt von Amy. Gemeinsam versuchen die beiden, den schrecklichen Geheimnissen der "Godspeed" auf die Spur zu kommen. Doch kann Amy Junior trauen?



Cover:
Das Cover hat mir in Anbetracht der Tatsache, dass ich die Story da noch nicht kannte, gut gefallen. Besonders passend finde ich - nach wie vor - das Grün. Irgendwie passt es ganz toll zu meiner Vorstellung der Thematik: Raumschiff, Spacetravelling und Godspeed. Dieser angedeutete Nebelschwarm und die Farbgebung haben sowohl etwas ‚Mystisches‘ als auch Warmes und doch wirkt es nicht ‚sonnig‘. Das passt alles sehr gut, da die Geschichte genügend ‚Thriller-Charakter‘ beinhaltet, so dass ‚sonnig‘ auch nicht unbedingt zur Godspeed passen würde. Der Schriftzug des Titels ist toll hervorgehoben und besonders gut gefällt mir, dass das Buch auch ohne Schutzhülle noch wunderhübsch anzusehen ist.
Nachteil des Covers, sobald man die Story gelesen hat, ist die Figurendarstellung. Es geht nicht darum, ob ich mir ‚Amy‘ oder ‚Junior‘ anders vorgestellt habe. Es geht darum, dass Junior ja als ‚so anders‘ aussehend als Amy beschrieben wird und das wiederum kommt auf dem Cover nicht so gut rüber. Man erkennt nicht so deutlich, wie ich mir das nach den Beschreibungen vorgestellt hätte, dass Amy gegenüber ihm so hellhäutig bis blass ist. Man sieht leider nicht ihre grünen Augen und auch das ihr Haar so rotgold wie ein Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang ist, sieht man nicht. Das fand ich dann wiederum schade, wenn es doch möglich gewesen wäre, dass zu beachten.
Aus diesem Grund gebe ich dem Cover nur :           



Leseeindruck:
Ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut. Die Thematik der Godspeed hat mir einfach sofort zugesagt. Ich bin jemand der gerne (immer wieder) SFI genießt. Ich lese davon nicht nur ganz gerne, ich habe hier alle Staffeln Stargate und Stargate Atlantis daheim. Die Tatsache, dass Beth Revis mit der Godspeed ein Raumschiff erschaffen hat, auf dem eine beträchtliche Anzahl Menschen in einer Art ‚Erdenattrappe‘ leben, fand ich sofort faszinierend. Einige gute Lesebewertungen haben mich dann gänzlich überzeugen können, das Buch lesen zu wollen.
Nachdem ich das nun getan habe, kann ich nicht behaupten enttäuscht zu sein. Allerdings wurden meine, vielleicht zu hohen, Erwartungen nicht erfüllt, was sehr schade ist, da ich sicher bin, dass aus diesem ersten Teil mehr herauszuholen gewesen wäre.

Die Sprache, die Beth Revis verwendet, ist sehr angenehm. Sie wirkt weder plump noch zu jugendlich und gerade die ‚Thriller-Elemente‘ verarbeitet sie sehr flüssig im großen Ganzen der Geschichte. Die Ich-Perspektive ist sehr gut umgesetzt und die Geschichte wird sozusagen von Amy und Junior getragen, die sich abwechseln. Soweit hat mir das ‚Sprachliche‘ gut gefallen und ich finde nicht viel, zu meckern. Hier und da hat es mich gestört, dass sich manchmal einiges wiederholte und auch die Gedankengänge nicht nachvollziehbar waren. Das jedoch lag wohl eher an der Ausarbeitung der Charaktere und genau da war ich wohl enttäuscht.
Während Junior noch glaubwürdig wirkte und zumindest sympathisch blieb, auch wenn mir in gewissen Situationen ein wenig Emotion fehlte, so konnte er mich  trotzdem ‚bei Stange halten‘. Amy dagegen hatte Passagen im Buch, die sie regelrecht von unglaubwürdig zu unsympathisch stolpern ließen.
Ein Beispiel:
Amy wacht ganz allein auf der Godspeed auf. Wer sie aufgetaut hat, weiß niemand und sie natürlich sowieso nicht. Ihre Eltern sind noch eingefroren und sie erfährt, dass sie eine alte Frau sein wird, bevor sie aufwachen. Sie wünscht sich zu Beginn, nichts mehr als mit ihren Eltern zusammen sein zu können. Völlig verständlich. Nur aus dem Grund hat sie sich ja überhaupt einfrieren lassen, obwohl sie diesen schmerzhaften Prozess zweimal beobachten konnte und ihr Vater ihr in Aussicht stellt, es nicht tun zu müssen. Sie lässt all ihre Freunde, ihr ganzes Leben zurück, um mit ihren Eltern zusammen zu sein. Einen anderen Grund gibt die Autorin wenigstens nicht ersichtlich an.
So, nun erfährt Amy, dass das alles nicht wie geplant funktionieren wird. Verständlicherweise ist sie geschockt, wütend und traurig zugleich. Als sie dann auch noch mit der Godspeed und seinen ‚merkwürdigen‘ Bewohnern konfrontiert wird, verschlimmert sich Amys Lage. Sie steht alleine einer ganzen Gesellschaft gegenüber, die blind einem tyrannischen Anführer folgt, der sie am liebsten ‚tot‘ und ‚beseitigt‘, wüsste, da er ihre Andersartigkeit als Problem für die Gesellschaft und den Frieden auf der Godspeed sieht.
Die Lage spitzt sich zu, als Amy beinahe vergewaltigt wird. Im letzten Moment wird sie gerettet und was wünscht sie sich nach diesem traumatischen Erlebnis? Na klar, was sich jedes junges Mädchen wünschen würde: ihre Eltern!
Doch Amy denkt vorwiegend daran, ihren Vater aufzutauen. Von der Mutter wird nicht groß gesprochen. Ich will nicht pingelig sein, weil ich selber als Mutter von sowas getroffen wäre, doch da die Autorin keinen Grund liefert, wie zum Beispiel ein gestörtes Verhältnis zwischen Amy und ihrer ‚Momma‘, erklärt sich mir einfach nicht, weshalb Amy immer nur an den Vater denkt. Sie kommt nicht einmal auf die Idee, beide aufzutauen. Dass sie es beim Vater nicht versucht, liegt dann nicht etwa daran, dass sie an ihre Mama denkt, die dann ganz alleine aufwachen würde, ohne Tochter und Ehemann, sondern daran, dass sie so weit denkt, dass sie ihrem Vater nicht den Traum nehmen darf, in einer neuen Kolonie aufzuwachen, wie er es sich gewünscht hat.
Für mich in dem Moment total unrealistisch. Denn mal ehrlich würde man wirklich über die Träume der Eltern nachdenken, wenn man gerade knapp einer Vergewaltigung entkam und zu Tode verängstigt ist??!!!
Na gut, ich möchte nicht weiter spoilern, aber von dieser Art gab es noch so ein paar Ungereimtheiten in ihren Handlungen und Gedanken, die mich störten und mir Amy als Charakter immer wieder entzogen, so dass es mir regelrecht schwerfiel zu sagen, mag ich sie jetzt oder doch eher nicht?

Die Story selber ist gut umgesetzt. Das Leben auf der Godspeed wird detailliert und interessant beschrieben. Viele geheimnisvolle Charaktere vergrößern den ‚Thriller‘-Faktor und die Spannung diesbezüglich ist ihr gut gelungen. Zwar war durchschaubar, wer hier die ‚Gegenspieler‘ sind, dennoch schafft sie es bis zuletzt einen zu packen, mit der Frage, ob es Amy und Junior gelingt, die strengen Regeln der Godspeed zu brechen.
Den 2ten Teil, in dem es wohl darum gehen wird, ob die beiden eine neue Ordnung schaffen können und wie es weiter geht mit der Godspeed, die mehr Probleme hatte, als einen tyrannischen Anführer, werde ich natürlich auch lesen und hoffe darauf, das die Charaktere, vor allem Amy, dann mehr Farbe bekommen und vor allem geradliniger agieren.

 
Fazit:
Ein actionreicher, spannender und äußerst faszinierender Auftakt einer Trilogie, die nicht nur - aber besonders - für SFI-Fans zu empfehlen ist. Die tolle Idee und Umsetzung dieser Idee können die Schwächen in der Charakterentwicklung nicht vertuschen, aber wenigstens darüber hinwegtrösten.


Das Buch bekommt bei mir folgende Wertung:

1/2
weil einfach 'noch mehr' drin gewesen wäre. :)

Kommentare:

  1. tolle rezi^^
    ich hab auch von vielen gehört das es nicht direkt gut ist aber auch nicht so schlecht ^^
    lg Alisia

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    1. Danke Alisia :)
      Ja, so kann man das sagen. Kein direkter Pageturner - leider - aber dennoch keine Enttäuschung. Empfehlen kann ichs immer noch mit gutem Gewissen. Spaß hatte ich ja dennoch genug :)

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  2. Das nenne ich mal eine ausführliche Rezi. Ich finde das toll, mach nur weiter so :-)

    Bin gespannt auf meinen Eindruck, muss es nur noch lesen ;-)

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. *hihi* Danke Mini!!! :)
      Bin auch schon sehr gespannt, wie es dir gefallen wird. Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß!

      LG
      Lilly

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