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Dienstag, 5. Juni 2012

Rezension

David und Juna
Das verbotene Eden I
Thomas Thiemeyer


Thomas Thiemeyer entführt ins 'verbotene Eden'. Eine Welt, in der Männer und Frauen sich hassen. Der Hass könnte die Menschheit aussterben lassen. Sind David und Juna die Rettung?
Quelle: Droemer Knaur
Inhaltsbeschreibung und mehr Informationen findet ihr hier: Klicken
Trailer auf der oben verlinkten Verlagsseite.



Cover:
Das Cover finde ich unheimlich passend und faszinierend. Sicherlich ist das eine Geschmacksfrage. Für alle die Leser, die es nicht gerne haben, dass Personen auf den Covern sind - sei es nun weils die eigene Vorstellung einschränkt oder eine Modeerscheinung darstellt - ist das Cover sicher nicht so toll. Denn auch hier werden David und Juna als Personen abgebildet. Ich dagegen bin bekennender Cover+Personen-Liebhaber. Auch in diesem Fall bin ich daher total begeistert. Für mich war es trotz der Bilder kein Problem den Figuren den Buches ein eigenes Gesicht zu verleihen, auch wenn ich zugeben muss, dass sie sehr gut getroffen sind und ich nicht - wie sonst schonmal - den Eindruck bekam, dass die Personen auf dem Cover auf keinen Fall denen im Buch entsprechen. David und Juna passen.
Genau wie das Grün passt, denn die Naturbeschreibungen, die hier im Buch immer wieder vorkommen sind nicht nur beeindruckend, sie spielen auch eine gewichtige Rolle, um zu zeigen wie die Welt, die wir kennen, sich innerhalb so kurzer Zeit verändert oder 'zurückentwickelt' hat.
Mir gefällt allgemein die Farbgebung des Covers, die Darstellung des Titels und auch das im Hintergrund eine 'Karte' zu erahnen ist, fand ich nach der Geschichte passend und davor einfach nur interessant. Das Cover hat auf jeden Fall meine Neugierde geweckt und mich positiv ansprechen können.
Ich vergebe daher:








Leseeindruck:
Dies ist nicht das erste Buch von Thiemeyer, aber es ist meine erste Begegnung mit dem Autor. Ich war durchaus gespannt. Nicht nur darauf, wie sein Schreibstil sein würde, sondern vor allem darauf, wie er so ein heikles und durchaus emotionales Thema angehen wird. Nicht, dass ich glaubte, er als Mann könne das nicht so gut darstellen wie eine Frau es gekonnt hätte, aber ich war zumindest skeptisch, ob es mich wirklich berühren könnte, denn die Erwartung lag doch sehr hoch, nachden vielen lobenden Pressestimmen.

Das Buch wurde bei Amazon als düster und wunderbar romantisch beschrieben.
Dementsprechend gespannt war ich, wie romantisch es denn bei Thomas Thiemeyer wirklich würde.

Der Schreibstil, um mit dem zu beginnen, ist wirklich sehr angenehm. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, war nicht nur der leichte und unheimlich gefällige Umgang mit den Worten, sondern die Kürze der Kapitel. Obwohl ich jemand bin, dem es egal ist, wie lang ein Kapitel geht, fand ich es hier überraschend angenehm, dass sie oftmals eine Kürze besaßen, die einem den Eindruck von Dynamik und Spannung vermittelten. Trotzdem kam nie das Gefühl auf, dass die Wechsel zwischen Juna und David - denn beide erzählen die Geschichte in ausgeglichenen Teilen - zu schnell kamen. Es war gut möglich sich in die beiden Figuren hineinzuversetzen und die Übergänge der Perspektivenwechsel so gut gewählt, dass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, lieber den anderen weiterlesen zu wollen, oder eine entsprechende Szene lieber aus der Sicht der anderen Figur miterleben zu wollen. Ein ganz großes Lob also für die stilistische und sprachliche Gestaltung des Romans.
Die Figuren sind ebenfalls sehr sympathisch angelegt. Beide Hauptfiguren, also sowohl Juna als auch David haben jeweils einen 'Gefährten'. Davids Freund ist Armon, der in dem Buch eine sehr große Rolle einnimmt. Seinen Charakter fand ich sehr nachvollziehbar und absolut authentisch beschrieben. Mir hat Armon sehr gut gefallen, obwohl er im Buch nicht unbedingt die Rolle des 'Nice Guys' spielt. Junas Gefährtin ist Gwen, die Gwen, die im zweiten Teil der Reihe die Hauptrolle, neben dem bislang nicht aufgetauchten, Logan spielen wird. Sie war mir sofort sympathisch. Nicht nur weil sie so unheimlich 'natürlich' beschrieben wurde, sondern voller 'Schwächen' und irgendwie gefiel mir das. Ihr Sinn für das Schöne, der manchmal oberflächlich erschien, ihre Blindheit gegenüber dem, dass Juna so ganz anders und ganz andere Interessen hat. Wie sie zu Juna steht und was sie für sie tut, hat mich sehr berührt und ich gebe zu, dass ich mich schon an dieser Stelle ganz besonders in Gwen 'verguckt' habe und mich riesig darauf freue, den zweiten Teil mit ihr zu lesen.
Manchmal war mir die Beziehung von Juna und Gwen an einigen Stellen zu 'offensichtlich' als nicht funktionierend dargestellt. Es gab unterschiedliche Interessen, Konflikte und Juna denkt schon vor ihren aufkommenden Gefühlen für David darüber nach, dass sie und Gwen eigentlich nicht zusammenpassen und sie an einem Punkt ist, dass sie Gwens Gefühle nicht mehr auf die gleiche Weise erwidert. Hier hätte es für mich noch ein wenig mehr Tiefe geben dürfen, ein wenig mehr weibliches Gefühl, da es doch manchmal einfach zu 'einfach' rüberkam, wie sie Gwen hinter sich lässt und sich in David verliebt.
Die Liebesgeschichte der beiden ist dagegen wirklich romantisch, wozu auch diverse Zitate aus Romeo und Julia von Shakespeare beitragen. Es ist zudem nachvollziehbar, wobei ich es von Davids Seite mehr verstehen konnte als von Juna, weil ich wohl hin und wieder an den angesprochenen zu 'einfachen' Schlußstrich mit Gwen denken musste.
Besonders auffällig an der Geschichte ist jedoch, dass die Figuren sich im Laufe der Storyentwicklung treu bleiben. Natürlich wächst David über sich hinaus, aber er bleibt immer noch David und Juna immer noch Juna. Das hat mir ebenfalls sehr gefallen.
Die komplette Hintergrundgeschichte ist sehr gut beschrieben und dargestellt, der Konflikt zwischen Frauen und Männern nachvollziehbar und ausführlich beschrieben. Es gibt eine lange Einführung in das Leben, dass David und Juna führen, bevor sie sich überhaupt erst treffen und viele kleine Nebengeschichten, die dem ganzen noch mehr Tiefe verleihen. Da einige Fragen offen bleiben und durch viele Nebengeschichten Potenzial da ist, um eine Fortsetzung zu schreiben, freue ich mich eben auf diese und bin froh, dass Thomas Thiemeyer auf einen unnötigen Cliffhänger verzichtet hat. Die Story bietet auch so genug Spannung, um mich zum Weiterlesen zu begeistern.
Kritik kann ich lediglich an Junas etwas zu schnellen 'Wandlung' üben, die sicherlich eine rein persönliche Wahrnehmung darstellt und am etwas zu plötzlichem Ende. Vielleicht ist es nur mein Wunsch unbedingt mehr zu erfahren, weiterzulesen, aber ein wenig überrascht war ich schon, als es genau an der Stelle dann vorbei war und nicht noch ein paar Seiten mehr geschrieben wurden. Trotz allem ist es jedoch in sich schlüssig und wohl wirklich auf reine Lesefreude und Neugier zu schieben, dass ich da was zu mäkeln habe.

FAZIT:
Ein Buch, dass begeistert. Eine gut durchdachte, fundierte Grundlage, die zu einem interessanten Konflikt führt, der an jeder Stelle des Buches gut nachvollziehbar dargestellt ist. Eine romantische Liebesgeschichte, die sich trotz aller Widrigkeiten enfaltet und der Mut zweiter Menschen, das Richtige zu tun. Eine empfehlenswerte Dystopie, die ohne Drama, aber mit vielen kleinen Geschichten, sympathischen Charakteren und einem flüssigem Schreibstil punkten kann.
Obwohl der ganz große Funkenregen fehlte (wohl, weil ich mehr mit Gwen sympathisierte und mich mit Juna weniger identifizieren konnte) vergebe ich für den ersten Teil des 'verbotenen Eden':



Kommentare:

  1. Oh nein, es gibt das Buch als eBook!!! Eine fiese, fiese Falle ;-))

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Jaaaaa und du solltest es wirklich lesen. Ich kanns dir nur empfehlen. *o*
      Ansonsten leihe ichs dir aus ;)

      LG
      Lilly

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