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Freitag, 10. August 2012

Rezension






Die Mädchenwiese
Martin Krist



Schwache Charaktere vs. unterhaltsamer Spannung
Quelle: Ullstein
Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.



Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farbgebung ist ansprechend und hat zudem etwas Düsteres, Bedrückendes. Das gefällt mir für einen Thriller, da es einfallsreicher ist als das gängige Arbeiten mit schwarz oder weiß kombiniert mit Blut in jeglicher Symbolik. Auch die Schmetterlinge, die in verschiedenen Farbschattierungen hervorgehoben sind, fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Natürlich sticht der eine blutige, halb abgerissene Schmetterling ins Auge und steht damit im Vordergrund, ohne sich nervig aufzudrängen.
Der Titel in pink hat mich von der Fargbeung überrascht, da man die Farbe bei einem Thriller eher selten zu sehen bekommt, aber auch das finde ich hier passend. Besonders gefallen hat mit aber die Anordnung und Schriftwahl des Autorennamen, der prägnant heraussticht und sehr gut zu lesen ist.

Bewertung: 







Leseeindruck: 
Der Thriller 'Die Mädchenwiese' hat mich zunächst durch sein einzigartiges Cover bei Vorablesen angesprochen und damit auf sich Aufmerksam gemacht. Aber sowohl die Inhaltsbeschreibung, als auch die Leseprobe konnten mich überzeugen, zu sagen: das liest du!
Jetzt da ich das Buch beendet habe, muss ich sagen, fällt es mir sehr schwer eine Bewertung abzugeben. Ich bin seit Ende der Lektüre hin- und hergerissen. Ich habe vereinzelte Kritikpunkte, die mir aufgefallen sind und im Nachhinein den guten Eindruck des Lesens zunichte machen. Soll heißen: Das Lesen hat Spaß gemacht. Der Schreibstil ist sehr gut und vor allem gelingt es Martin Krist Spannung zu erzeugen. Beinah bei jedem Kapitelende denkt man: unbedingt weiterlesen!!! So habe ich das Buch auch in 2 Tagen durchgelesen, was für meine Verhältnisse sehr schnell ist. Aber ich bin eben auch jemand, der ein Buch nicht nur nach seinem guten Schreibstil, oder der puren Spannung und damit verbunden dem hohen Unterhaltungsfaktor, bewertet. Mir geht es gerade bei Thrillern auch darum, dass die Geschichte für mich Hand und Fuß hat. An Hand fehlt es ihr sicher nicht, hier mischen beinah schon zu viele Hände im Plot mit, aber an Fuß hat es doch hier und da gehapert, so dass das Fundament der Story doch auf wackeligem Gerüst steht, zumindest für mich.
Ich möchte nicht zu viel verraten, da ich auf keinen Fall spoilern möchte. Bei einem Thriller auch alles andere als empfehlenswert.
Jedoch versuche ich mal kurz anzureißen, warum ich trotz einem guten Stil, einer überaus reizvollen Idee, jeder Menge Action und Nervekitzel dennoch keine volle Punktzahl geben kann.
Die Charaktere konnten mich nicht alle überzeugen. Den ehemaligen Polizisten Alex hätte ich mit seiner Ausdrucksweise niemals für mitte dreißig gehalten, eher für mitte zwanzig und sein Charakter passte für mich auch nicht richtig ins Bild. Ich habe mir ihn anders vorgestellt, nachdem ich erfahren habe, was ihm passiert ist. Die Wandlung vom unsicheren, nervösen, errötenden Jungen von Nebenan zum engagierten, mutigen, alles riskierenden Ermittler auf eigene Faust war für mich an vielen Stellen nicht nachvollziehbar und bot so manche Sprünge in seinem Charakter, die ich unglaubwürdig fand.
Auch das Verhalten von Frau Theis war mir oft unerklärlich. Der Umgang mit ihrem Sohn sprach Bände und die Wandlung dahin, diesen plötzlich schätzen und verstehen zu können, war mir auch nicht ersichtlich. Sie wurde nicht erklärt, sondern mir so hingeworfen. Und so hingeworfen wurde mir sehr viel in dem Buch. Unter anderem auch die Erklärung für das Motiv des Täters, den ich zwar nicht erraten habe, aber das hat nichts daran geändert, dass ich das Motiv mehr als bezweifle.
Denkt man an dieser Stelle nicht über das Gelesene nach, sondern genießt ganz den hohen Unterhaltungswert eines spannenden Thrillers, ist man nach dem Ende des Buches sicher voll auf begeistert und auf seine Kosten gekommen. Ich aber bin jemand, der immer hinterfragt. Ich kann einfach nicht anders. In diesem Fall konnte mich dann beim Hinterfragen das Motiv des Täters so gar nicht überzeugen. Der Grundgedanke ja, aber es fehlten entweder hinten und vorne noch Informationen, um das glaubwürdig zu machen, oder wenn es wirklich bei dem Grundgedanken bleiben sollte, dann war dieser für mich nicht überzeugend genug.
Ein siebenjärhriger der irgendwann mal (warum???) entscheidet das grausame Werk seines Vaters weiterzuführen und Frauen bestialisch zu foltern und umzubringen ... also das ist für mich - beim Hinterfragen - zu wenig, um mir einen glaubhaften Thriller zu präsentieren.

FAZIT:
Ein Buch, dass mich gespalten zurücklässt. Für Thrillerfans, die Nervenkitzel suchen und gerne unterhalten werden, stellt 'Die Mädchenwiese' ein sprachlich niveauvolles Buch da, dass man unbedingt gelesen haben sollte. Für jeden, der aber mehr als Spannung und Unterhaltung sucht, nämlich Psychologie, die überzeugt und Charaktere die geradlinig sind, für den könnte das Buch tolle Ansätze bieten, die sich leider in der 'Mädchenwiese' verlaufen und auf halber Strecke stehen bleiben.

Bewertung:








Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Ullstein Verlag für die Möglichkeit 'Die Mädchenwiese' vorablesen zu können. Erscheinungstermin für diesen Thriller: Heute 10.08.2012.

Kommentare:

  1. Ich hatte heute überlegt ob ich es mir als eBook auf Amazon hole. Das ist es nämlich im Angebot. Aber ich glaube das Buch ist doch nichts für mich. Gut das ich vorher noch deine Rezi gelesen habe. ;)
    Lg Steffi

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  2. Du kannst es ja ruhig ausprobieren. Vielleicht sagt es dir mehr zu ...
    Ich finde es hat einen hohen Unterhaltungswert und ist unheimlich spannend, aber leider haperts eben an der Logik und für mich auch am Hintergrund der Story. Vielleicht hast du die Möglichkeit es auszuleihen.

    LG
    Lilly

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