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Montag, 10. September 2012

Rezension






Bis ans Ende der Welt
Kyria und Reb Band I
Andrea Schacht





"Du kannst dich nützlich machen, Princess", meinte sie und drückte mir ein Tuch in die Hand. "Tische abwischen, fegen, anschließend mir beim Kochen helfen."
"Äh - das sind für gewöhnlich Männerarbeiten."
"Hier nicht, Herzchen."
Besser, ich erwiderte nichts darauf. In was für eine Welt war ich nur geraten?
Quelle: INK



Im Jahr 2125 hat sich Europa in eine Welt der kompletten Überwachung verwandelt. In diesem perfekt gesteuerten System – New Europe- wächst Kyria behütet auf. Bis sie an ihrem 17. Geburtstag erfährt, dass sie an einer tödlichen Krankheit leidet. Jetzt zählt nur noch ein Gedanke: Flucht. In der wenigen Zeit, die ihr bleibt, will sie endlich frei sein! An einem Ort, der dem Zugriff des Systems entzogen ist. Mit ihr auf den Weg macht sich Reb, der vor nichts und niemandem Angst hat. Doch schon bald sind den beiden die Verfolger auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr: Alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, drohen furchtbaren Seuchen zum Opfer zu fallen …



Cover:
Das Cover sieht richtig, richtig schön aus. Mich konnte das Cover sofort ansprechen, weswegen ich überhaupt erst geguckt habe, worum geht es bei dem Buch. Die Farbkombination von Autorenname und Titel gefällt mir sehr gut. Die Schriftauswahl ist ebenfalls gelungen. Das gewählte Bild drückt genau die richtige Stimmung aus, wenn man den Klappentext liest und sieht zudem noch richtig toll aus. Dieser Weg mit den Bäumen, die Farm im Hintergrund, rechts wird das Bild dann vom Lichteinfall erhellt, links liegt es eher im nebeligen Schatten. Einfach nur richtig super.
Akzente setzen dann die Blütenblätter, die dem Cover dann schließlich noch das Besondere geben. Gut gefällt mir auch, dass das Buch selbst ohne Schutzumschlag verzaubernd aussieht. Es findet sich dort das selbe Bild, wie auf dem Umschlag, nur die Farm am Ende des Wegs fehlt.
Für die Aufwendigkeit, die Stimmung und das Besondere im Cover vergebe ich gerne:







Leseeindruck:
Ich habe zu dem Buch, die unterschiedlichsten Meinungen gelesen. Ich glaube die Einen waren regelrecht verliebt in das Buch und begeistert, die Anderen enttäuscht bis total abgeneigt. Mit diesen unterschiedlichen Gefühlen im Gepäck habe ich also angefangen zu lesen und muss zugeben, JA der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Ich habe in letzter Zeit unheimlich viele Bücher gelesen, die alle einen angenehmen Schreibstil hatten und bei denen ich kaum mehr als 20 Seiten brauchte um sofort 'drin' zu sein. Diesmal war das anders. Bei Andrea Schacht habe ich schon gut und gerne 100 Seiten gebraucht, bis ich mich 'eingelebt' hatte. Ich will es mal so ausdrücken, weil zu 100% habe ich mich nie an den Schreibstil gewöhnen können. Sie nutzt sehr viele kurze Sätze, die beinah schon so elipsenartig daher kommen. Das war ungewohnt für mich, doch ich konnte mich daran gewöhnen. Es kommt schließlich den Figuren zugute und passt irgendwie zu Kyria und Reb. Woran ich mich bis zum Schluß nicht gewöhnen konnte, war die Tatsache, dass Andrea Schacht oftmals das Buch wie ein Drehbuch schreibt und auf Beschreibungen, bzw. Regieanweisungen gänzlich verzichtet. Damit büßt sie nicht nur so manches Mal einen guten Moment für emotionalen Tiefgang ein, sondern sie schafft es damit, mich als Leser total zu verwirren.
Wenn sich mehr als 3, manchmal sogar 4 oder 5 Leute miteinander unterhalten und nirgendwo steht, wer was sagt, sondern es folgt eine wörtliche Rede auf die nächste, dann erzeuge ich zwar unendlich viel Dynamik in den Dialogen, aber das Gesagte hat nur halb so viel Wirkung, wenn ich als Leser NULL AHNUNG habe, wer eigentlich was sagt und daher auch nicht weiß, wie es gemeint ist. So was finde ich nicht nur störend, es nervt mich, weil ich dann die Szene nicht genießen kann und mir einfach Charakterbindung flöten geht und auch die Möglichkeit die Story zu verfolgen, weil ich immer wieder rätseln muss, wer jetzt was gesagt hat.

Mit dem Schreibstil war ich also nicht ganz so glücklich. Dagegen haben die Charaktere mich begeistern können und das Buch für mich auch durchweg lesenswert gemacht.
Kyria, ist die Hauptfigur des Buches, aus deren Sicht wir alles erzählt bekommen. Sie ist eine verwöhnte 'Städterin', die durch die Behütung ihrer Mutter vom eigentlichen Leben und dem was vor sicht geht so gar keine Ahnung hat. Das machte sie mir sofort sympathisch, weil ich als Leser ebenso wenig weiß. Außerdem besitzt sie einen tollen Humor und ist schlagfertig, was ich sehr mag.

Aber auch Reb ist wirklich klasse. Er hat zwar diese einsilbige Art und ist manchmal echt schwierig, aber der Hintergrund für sein Verhalten ist gut erklärt und man kann ihn eigentlich nur lieb gewinnen, da er zusammen mit Kyria jede Menge Charme und Witz versprüht. Die Chemie der beiden ist einfach explosiv und mitreißend.


Die Romantik, die sich zwangsläufig aufbaut, ist in diesem Buch wirklich äußerst unterhaltsam aufgebaut. Sie nimmt keineswegs den wichtigsten Stellenwert ein, ist aber dafür auf manchen Ebenen viel erwachsener aufgebaut, als in den meisten Jugendbüchern, weswegen es auch die ein oder andere Überraschung für den Leser gibt. Ich fand sie sehr passend, gut herausentwickelt und bin gespannt, wie das weitergeht im nächsten Band. Die romantischen Stellen verlieren jedoch nicht ihren einzigartigen Humor, weil die Figuren sich selbst im Schwärmen treu bleiben.


Aber auch die Story, auf der alles beruht, die Idee hinter NuYu hat mir sehr gut gefallen. Diese Idee, der Überwachung, der Kontrolle, die im Prinzip aus den Vorteilen einer solchen 'Id' geboren wurde, fand ich überzeugend. Da Kyria im Laufe des Buches vielen Wahrheiten, aber auch vielen Rätseln und Geheimnissen auf die Spur kommt, bin ich wirklich sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich glaube in der Geschichte steckt noch jede Menge Spannung und Potenzial und so bekam ich viel mehr 'Story' als ich in den ersten 100 Seiten erwartet hatte. Ich muss dem Buch zwar Abzüge wegen des sprachlichen Inhalts geben, aber ansonsten konnte mich Andrea Schacht von der Idee und ihren Figuren überzeugen und ich bin auf jeden Fall neugierig auf Band II.


FAZIT:
Andrea Schacht ist mit 'Bis ans Ende der Welt' ein toller Reihenauftakt gelungen, dessen sprachliche 'Unklarheit' und 'Chaos' das Lesevergnügen leider schmählern. Trotzdem sind die Charaktere einnehmend, der Humor unterhaltsam und die Story hinter NuYu individuell und spannend. Ich möchte die Reise 'über das Ende der Welt hinaus' gerne antreten und natürlich unbedingt erfahren, wie es mit Kyria und Reb weitergeht.
Das Buch bekommt trotz sprachlicher Schwierigkeiten von mir:


Kommentare:

  1. Schon lustig, wie unterschiedlich wir Bücher so wahrnehmen. Mich hat der Schreibstil kein einziges Mal stocken lassen. Mir ist das so noch nicht mal aufgefallen, wahrscheinlich, weil ich ohne Probleme folgen konnte.

    Bei mir ist es ja schon eine ganze Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe. Deine Rezi hat es wieder schön aufgefrischt .. hätte man nicht so viele Bücher, ich würds glatt nochmal lesen :)

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  2. Hallo Lilly, ich muss mich hier vollkommen Fabella anschließen *wink zu dir, Fabella* und ich habe dir ja auch schon geschrieben: Ich fand das Buch genial!! Wie Fabella schon sagt, würde ich es am liebsten gleich nochmal lesen. Ich musste mich, wie du, erstmal in NuYu (mit der Frauenregierung und den Bezeichnungen) zurechfinden. Den Schreibsitl fand ich ungewöhnlich, aber ungewöhnlich gut. Deine Zitate haben mich wohlig aufseufzen und schmunzeln lassen. Ich hatte keine Probleme, wer was gerade sagt. Kyria & Reb, sowie diese trockene Art und die sehr herzige Romantik haben es mir vollkommen angetan. Wann geht es endlich weiter!!?? Du hast eine sehr schöne Rezi dazu geschrieben. Lob!
    Drück!
    Damaris

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  3. Huhu :)
    Ich habe dir einen Award verliehen: http://sweet-bookworm.blogspot.de/2012/09/huii-2nd-awaard.html

    Liebe Grüße,
    Janine

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  4. Ich hab dich getaggt:
    http://meine-lesewelt.blogspot.de/2012/09/tag-ein-buch-das.html
    Viel Spaß!! <3 :)

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