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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Rezension







Mockingjay
Tribute von Panem III
Suzanne Collins



Ein spannendes Buch, doch als Reihenabschluss unbefriedigend
Quelle Bild und Text: Scholastic

Katniss Everdeen, girl on fire, has survived, even though her home has been destroyed. Gale has escaped. Katniss's family is safe. Peeta has been captured by the Capitol. District 13 really does exist. There are rebels. There are new leaders. A revolution is unfolding.
It is by design that Katniss was rescued from the arena in the cruel and haunting Quarter Quell, and it is by design that she has long been part of the revolution without knowing it. District 13 has come out of the shadows and is plotting to overthrow the capitol. Everyone, it seems, has had a hand in the carefully laid plans — except Katniss.
The success of the rebellion hinges on Katniss's willingness to be a pawn, to accept responsibility for countless lives, and to change the course of the future of Panem. To do this, she must put aside her feelings of anger and distrust. She must become the rebels' Mockingjay — no matter what the personal cost.


Cover:
Ich muss dazu sagen, dass ich selbst nicht das oben abgebildete Buch besitze, sondern die Ausgabe des Schubers mit dem orange-schwarzen Cover. Das wiederum gefällt mir ganz gut. Es fügt sich optisch gut ein und ist natürlich im gleichen Stil gehalten. Insgesamt kann ich sagen, dass die Cover mich nicht wegreißen, aber sie sind trotzdem gut gemacht.
Das Cover, oben abgebildet, dass wiederum finde ich irgendwie nicht so gut. Es vermittelt ein viel zu 'Freies' und 'Positives' Gefühl, dass im Buch über natürlich gar nicht aufkommt.

Bewertung:





Leseeindruck:
Ich habe wie immer ein Stück gewartet, bis ich den nächsten 'Hunger-Games' Teil gelesen habe. Irgendwie kann mich das Thema der Dystopie, das Konzept und auch der spannende Erzählstil zwar jedes Mal aufs Neue fesseln, begeistern und ganz für sich einnehmen, aber es gibt auch immer wieder Einiges an den Büchern, das mir nicht gefallen hat und so war es auch beim Abschluss der Trilogie.

Der Schreibstil von Suzanne Collins ist auch hier wieder toll. Sie schafft es schnell, von einer auf die andere Sekunde Spannung aufzubauen und schon die Kapitelenden sind immer so gut gewählt, dass man das Gefühl hat, da geht es nur so: Bang, Bang, Bang und man muss direkt das nächste Kapitel auch noch lesen. Demnach liest sich das Buch schnell und wie im Rausch, da der Schreibstil einen einfach mitreißt und so viel Spannung erzeugt.
Leider geht neben all der Spannung dann das Gefühl verloren. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Dabei fand ich genau das schade, denn am Anfang des Buches hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Endlich war mir Katniss - was ich vorher immer bemängelt habe - nicht mehr so fremd und distanziert. Obwohl sie die Erzählerin ist, durch die ich alles erlebe, war sie mir doch immer eine Fremde geblieben. In Band 3 änderte sich dieser Bezug und ich hatte den Eindruck endlich in ihr Inneres gucken zu dürfen. Sie macht sich in der 'relativen' Sicherheit von Dristikt 13 Gedanken um ihre Gefühle, die Beziehungen die sie hat und reflektiert emotional was sie erlebt hat. Dadurch habe ich nicht nur endlich Teil daran haben können, was und wie sich Katniss fühlt, sondern wie es sie verändert hat.
Daher fand ich diesen Anfang, selbst wenn noch nicht sonderlich viel passiert, einfach nur super. Obwohl ich als bekennender Peeta Fan unbedingt wissen wollte, was mit ihm ist, konnte ich mich leicht gedulden, weil Katniss Öffnen gegenüber ihren Gedanken und Gefühlen einfach nur spannend und berührend zu lesen war.
Leider riss das aber ein, sobald die Spannung in der Handlung anzog und wieder zunahm. Es wird viel Action beschrieben, das was passiert, aber mit der Reflexion wars das dann auch schon. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass man mitten im Kampf nicht nachdenkt und bestimmte Ereignisse einfach von sich wegschiebt, aber so richtig werden sie im gesamten Buch nicht mehr geklärt. Dadurch entstehen dann eine Reihe von Ereignissen, die einfach nur sinnlos wirken. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass hier niemand weiterlesen sollte, der Buch 3 noch nicht gelesen hat.
Zum Beispiel gefiel mir die Entwicklung von Johanna und auch wie Katniss eine Beziehung zu ihr aufbaut. Als klar ist, das Johanna den Test nicht bestanden hat, geht Katniss mit keiner Erwähnung mehr darauf oder auf Johanna ein. Erst viel später, dank Finnick erfahren wir, was da passiert ist und jetzt mit ihr ist. Das fand ich einfach schon wieder total komisch. Ich habe mich an der Stelle echt über Katniss geärgert, dass sie mit jemandem zusammen trainiert und das alles durchmacht und dann nicht mal kurz an denjenigen denkt.
Weiter geht es mit sinnlosen 'Todesfällen'. Ich sage nur Finnick. Da war ich schon das erste Mal richtig sauer. Ich bin der Meinung Suzanne Collins hätte ihn leben lassen sollen. Er und Annie haben doch schon genug gelitten, da war dieser Tod total daneben. Und was für einen Sinn soll er gemacht haben? Katniss geht ja nicht mal direkt drauf ein? Ich habe erst gar nicht gemerkt, dass er tot ist, so kurz und lieblos war das beschrieben. Und auch danach geht sie mit keinem Wort mehr auf ihn ein. Ich finde, dass er das weder als Figur verdient hat, noch verstehe ich warum er sterben muss, wenn es nicht mal emotional irgendwas auslöst in der Hauptheldin oder in mir als Leser, weil mir dafür gar kein Grund und Boden gegeben wird. Da denkt Katniss ja mehr an Cinna, als an Finnick, obwohl sie angeblich so auf einer Welle mit ihm ist und sie sich gegenseitig verstehen. Also das fand ich echt schwach gelöst. Erst heiraten lassen und dann so einen lieblosen Abschied, dass hat mich sehr geärgert.
Kommen wir zu dem, was ich noch schlimmer fand. Alles läuft also auf diesen einen finalen Kampf, diese eine große Rebellion hin. Als die dann stattfindet ... endet das Buch. Ja, einfach so. Klar erfahren wir, dass Katniss den und den 'umbringt', der und der 'stirbt' und wir gehen mit ihr mit, wie sie zurück in ihr altes Haus in Distrikt 12 geht und im Endeffekt vor sich hin 'leidet', weil der Krieg und seine Ereignisse sie gebrochen haben. Alles total verständlich, aber Himmel und Herr, ich hätte dann schon gerne gewusst, warum XY jetzt Präsident ist. Ich hätte gerne gewusst, warum zwar abgestimmt wird, dass es neue Hunger Games geben soll mit den Capitolbewohnern, die dann aber nicht (so erfahre ich im Epilog) stattgefunden haben. Wer hat beschlossen, dass es keine geben soll und warum?
Wie sieht die neue Regierungsform aus? Regiert einer allein, alle zusammen? Was ist mit den Distrikts, sind die immer noch 'für sich' oder jetzt doch nicht? Wie hat sich das Leben in Panem denn nun entwickelt und was hat die Rebellion verändert?!?!?!
Das bisschen was ich im Epilog erfahre ist mir bei weitem zu wenig gewesen. Ich war maßlos enttäuscht. Weil selbst wenn das Fazit ist, dass die Rebellion im Endeffekt nichts verändert hat, außer dass es keine Hunger Games mehr gibt, dann hätte ich gerne gewusst warum und wieso. Mich hätte auch interessiert was nun mit Anni ist und ob das Bild von ihr und einem Kind nur Katniss Träumen entspringt oder der Wahrheit, ich hätte gerne gewusst wie es Johanna ergangen ist, was ist mit Haymitch? Säuft er immer noch planlos oder hat er sich gefangen? Lebt er überhaupt noch?!

All das waren Fragen, die ich gerne wenigstens angerissen beantwortet bekommen hätte, wenn ich 3x ca. 400 Seiten Dystopie lese, die genau darauf hinaus will, Rebellion und dann?!
Ganz davon abgesehen, dass ich mir gewünscht hätte Katniss Entscheidung in Sachen Liebe und Beziehung wäre am Ende klarer und romantischer. So liest es sich, wie Gale zutreffend gesagt hat: Katniss entscheidet sich für denjenigen von uns beiden, den sie braucht, um zu überleben und nicht weil sie ihn liebt, oder ohne ihn nicht leben will und kann. Ein bitterer Nachgeschmack für jemanden, der es dann doch gerne etwas romantischer gehabt hätte.


FAZIT:
Allein die Idee, der geniale Schreibstil, was die Spannung, das Setting und die Entwicklung der Geschichte angeht, machen diese Reihe und den Abschluss 'Mockingjay' lesenswert. Leider bleibt die Entwicklung der Figur, die emotionale Ebene und auch die romantische Ebene auf weiten Strecken des Buches auf der Strecke und kann nicht begeistern. Da mich das Ende zudem mit zu vielen offenen Fragen zurücklässt, kann ich das Buch zwar empfehlen, man sollte die Reihe auf jeden Fall beenden, aber leider konnte das Buch mich als Abschluss nicht überzeugen.


Bewertung:





Ich vergebe keine 1/2 Feen - bin ja kein Feenunmensch - daher runde ich der guten Idee wegen auf 4 auf. Es sind allerdings vier ganz schwache Feen!

Kommentare:

  1. Hey Lilly,

    eine interessante wie schöne Rezi hast du geschrieben. Bei mir ist die Reihe schon etwas her und für mich war der dritte Band auch kein ganz perfekter Abschluss. Doch irgendwie konnte ich Katniss distanzierten Charakter und auch ihre Entscheidung am Ende sehr gut verstehen - es passt für mich einfach zu ihren traumatischen Erlebnissen und zu ihrer Persönlichkeit. Mich hat das dann auf eine etwas andere/besondere Art berührt. Ich weiß aber was du meinst und bei anderen Romanen geht es mir dann komischerweise ähnlich/anders. Ich glaube mit einem rosarotan Happy End hätte ich da weniger leben können, wobei ich dich da auch sehr gut verstehen kann. Ebenso wie viele deiner Kritikpunkte, obwohl ich mich jetzt nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern kann.

    Liebe Grüße
    Reni

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  2. Hi Reni,

    danke dir <3

    Bei mir ist es eher genau umgekehrt. Ich bin normalerweise berührt von solchen Situationen. Also von 'gebrochenen' Figuren, denen man ihre Vergangenheit ansehen kann und deren Leid man miterfühlt. Ich kann nicht sagen, weshalb es hier anders war. Ich vermute mal, dass ich schon davor einfach enttäuscht war, dass sie schon vorher immer irgendwie 'fremd' für mich war. Das passiert mir selten, aber hier was vom ersten Buch an so.
    Das mit dem Happy End ist eigentlich auch nicht anders zu erwarten gewesen, allerdings wäre es bei mir dann emotionaler angekommen, wenn da nicht die Dreiecksgeschichte so eine große Rolle gespielt hätte. Ich bin eben jemand, der das nicht so sonderlich mag und wenn ich dann am Ende das Gefühl habe, die Hauptfigur hat sich nicht wirklich entschieden dann frustriert mich das. Ich denke dann immer zu viel nach und bin wahrscheinlich zu 'rosarot' in Sachen Liebe angelegt ^^
    Aber irgendwie fühlte es sich schade an. :(
    Ich finde es aber sehr interessant, dass es bei dir genau umgekehrt war. Das ist ja das Tolle an Büchern, dass sie einen auf so unterschiedliche Weise berühren und gefallen können :) Ich danke dir für deinen Kommi und den Austausch, dass hat mich total gefreut.
    Ich bin ja nicht eben früh dran mit meiner Rezi, weil die meisten das Buch ja schon vir 'Ewigkeiten' gelesen haben. :D

    LG
    Lilly

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