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Dienstag, 13. November 2012

Rezension







Linna singt
Bettina Belitz


"Maggies Erinnerungen lenken mich ab und verwirren mich, ich habe das Gefühl zu träumen, ja, ich irre träumend durch mein Leben und kenne mich nicht mehr darin aus." S. 123
Quelle Text und Bild: Script5
Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben.
Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat.

Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.


Cover: 
Ich bin ehrlich, das Cover hat mich zuerst so gar nicht angesprochen. Irgendwie schrecken mich Schneekugeln ab. Wenn man jedoch in die Thematik des Buches eintaucht, merkt man sehr bald wie verdammt genial dieses Cover gestaltet ist. Denn tatsächlich könnte man Linnas Situation in der Berghütte, in der sie mit ihren Freunden festsitzt, nachdem sie eingeschneit werden, durchaus mit einer Schneekugel vergleichen. Beengt und gefangen fühlt Linna sich. Alles was sie glaubt zu wissen oder zu kennen, wird auf den Kopf gestellt und durcheinandergewirbelt. Selbst dem Leser fällt es ab und an schwer zwischen Realität und überdrehter Fantasie zu unterscheiden und so muss ich meine Meinung zu dem Cover beim Lesen anpassen und sagen: Genial!!!
Außerdem bekommt Script5 wieder mal ein Lob dafür, dass das Buch auch ohne Schutzumschlag einfach nur zum Verlieben schön aussieht.

Bewertung: 








Leseeindruck: 
'Linna singt' ist schon wieder ein Buch mit Vorgeschichte. Als ich davon das erste Mal hörte und gleich nach mehr Informationen suchte, war ich der festen Überzeugung, das Buch nicht zu lesen. Ja, ehrlich. Es sprach mich nicht so richtig an, es flogen keine Funken über und irgendwie war es nach meiner frischen Erfahrung mit 'Splitterherz' thematisch so anders, dass es mich nicht verlocken konnte.
Schließlich las ich - mal wieder (das wird noch zur Gewohnheit! ^^ ) bei Damaris auf dem Blog ihre Rezension zu 'Linna singt' und irgendwie war ich schon etwas interessierter. Allerdings blieben Restzweifel, ob mich diese gegenwärtige Thematik wirklich packen und mitreißen könnte. Immerhin wieder ein 'dicker Schinken' und so blieb die Unsicherheit, ob ich das Buch wirklich kaufen sollte.
Allerdings gab es da noch die Tatsache, dass Bettina Belitz auf der Frankfurter Buchmesse aus 'Linna singt' lesen würde. Mein Gefühl verriet mir: Da willst du unbedingt hin. Und mein Verstand sagte: Ja, okay. Aber dann nur mit dem Buch und nicht ohne!
Ich bin dieses eine Mal froh auf meinen Verstand gehört zu haben ;) Denn ohne den wäre ich vielleicht jetzt um wundervolle, intensive, hautnahe und packende Lesestunden ärmer.

Der Schreibstil ist genau so, wie ich ihn in 'Splitterherz' bereits kennenlernen durfte. Bettina Belitz beschreibt ihre Hauptheldin Linna so direkt und ausführlich, dass man förmlich in ihren Kopf gesaugt wird. Die Autorin singt mit den Worten so, wie sie beschreibt, dass Linna singen kann. Wenn Linnas Stimme die Menschen in ihren Bann zieht, sie atem- und sprachlos zurücklässt, wenn Linnas Musik direkt ins Herz geht, dann schafft Bettina Belitz dies mit ihrer Magie zu schreiben, wie sie es eben tut. Anders, intensiv und absolut süchtig machend.

"Manchmal sind Menschen grauenvoll. Sie lieben jemanden wegen dem, was ihn zerstört." S. 221

Ich bin mir sicher, dass Linna, genau wie schon Elli, ein Charakter ist, der nicht unbedingt nur auf Fans stoßen wird. Sie hat schon ihre Ecken und Kanten. Sie kann egoistisch wirken, kühl, berechnend, abweisend und manchmal gar kälter als der Schnee der sie mit ihren Freunden in die Berghütte sperrt. Sie macht es ihren Freunden auch nicht immer einfach, ihr zu glauben, sie zu verstehen oder ihr gar zu helfen. Manchmal überkommen einen Zweifel an ihrer Opferrolle und doch versteckt Linna da ein Herz aus Gold. Etwas Sensibles, etwas Zerbrechliches, dass schon lange vor dem Wiedersehen mit ihren Freunden kaputt gegangen ist. Unbemerkt.

"Sie [Eiskristalle] gehören mir. Nur mir. Und sie verschwinden so schnell und lautlos wie alles, was ich liebe." S. 76

Bettina Belitz greift hier nicht auf Elemente zurück, die ich als Leser überdramatisch empfunden habe. Im Gegenteil Linnas Schicksal und die Art, wie es mir näher gebracht wurde, haben mich tief berührt, erschüttert und gleichzeitig tief und tiefer in die Geschichte gezogen. Immer wieder gab es Stellen im Buch bei denen ich entweder vor Entsetzen schlucken, oder mir meine Tränen verkneifen musste, weil ich so 'drin war'.
Linnas Freunde sind allesamt sehr gut ausgearbeitet und ich muss zugeben, trotz der vielen Vorfälle, die Misstrauen verbreiten, auch beim Leser, habe ich sie sehr ins Herz geschlossen. Ich konnte Linna sehr gut verstehen, weshalb sie so an ihnen hing und warum es ihr so schwer fällt zu glauben, was mit ihnen in dieser Berghütte geschieht. Streckenweise erlebt man die Geschichte, wie einen spannenden, nervenaufreibenden Thriller und ich konnte Linna total verstehen, als sie zwischenzeitlich an einen Axtschwingenden Mörder denken muss. Es sind diverse Psychospielchen, die die Spannung der Geschichte ausmachen und auf die Spitze treiben, je extremer diese werden. Allerdings greift dieses Element nur deswegen, weil der Schreibstil einem so unmittelbar und nah daran teilhaben lässt. Man erlebt die Zeit nicht mit Linna, sondern 'wie Linna'. Ich musste mich zwischendurch daran erinnern ein Jugendbuch in den Händen zu halten, so unheimlich war mir die Situation gefangen zwischen den Seiten, innerhalb einer Gruppe Menschen, die ich doch gar nicht kenne. Jedenfalls schafft es Bettina Belitz mich das glauben zu lassen.
Die Auflösung und das Ende waren mir beinah zu rasch, einfach und schnell abgehandelt, doch da die Gefühlsebene hier erst ihren Höhepunkt erreicht, konnte ich in meiner Bewertung sogar darüber hinwegsehen. Irgendwie endet Linnas Musik für mich, ohne zu Ende zu sein. Denn manchmal höre ich sie noch immer in meinem Kopf und mehr kann ich mir von einem Buch gar nicht erhoffen.


FAZIT: 
Linna singt ist ein intensives, ein packendes Buch, dass mich in seine Seiten zog und dort mit jedem Wort gefangen hielt. Bettina Belitz schreibt sich mit ihrer Schreibweise einmal mehr in mein Herz. Sie nimmt den Lesern auf eine spannende und gleichzeitig wunderschön gefühlsnahe Reise mit. Linna singt für mich auch nach dem Beenden des Buches in meinem Herzen weiter und ich kann jedem nur empfehlen, sich diesem Erlebnis zu öffnen und sich auf das Buch und seine Geschichte einzulassen.

Bewertung:

Kommentare:

  1. Mir geht es hier ähnlich .. ich will dieses Buch nicht lesen, aufgrund der Vorgeschichte mit der Autorin. ABer genau andersrum. Von Splitterherz und Scherbenmond war ich so unendlich begeistert. Doch dann kam Dornenkuss, das ich (viele denken da anders) als eins der schlechtesten Bcüher der letzen 2 Jahre empfinde (vor allem nach den ersten beiden Teilen). Daher traue ich mich überhaupt nicht, noch etwas von der Autorin zu lesen aus Angst, wieder so etwas wie Dornenkuss erleben zu müssen. Mich würde daher interessieren, hast Du Dornenkuss auch gelesen und wie gefiel Dir das?

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    1. Ich habe bisher nur Splitterherz gelesen. Scherbenmond ist gerade eingezogen, aber noch ungelesen. Aber ich lese mir mal deine Rezi grad durch und versuche dann zu gucken, ob ich dir trotzdem was dazu sagen kann, in Bezug auf Linna singt.

      Also so wie sich deine Rezi liest, würde ich schon sagen, dass du es meiner Meinung nach mit 'Linna' versuchen solltest. Ich fand das Buch wirklich menschlich, emotional unter die Haut gehend, real, nah, und auch verdammt spannend. Ich schreib dir gleich mal ne Mail ;)

      LG
      Lilly

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    2. Oh, noch jemand, der von Dornenkuss enttäuscht war. Mir haben die ersten beiden Teile auch sehr gut gefallen und Dornenkuss - muss ich gestehen - habe ich immer noch nicht ganz zu Ende gelesen.
      Linna singt ist da schon etwas anders, aber mir hat es auch nicht ganz so gut gefallen. Aber ich habe es zu Ende gelesen :-)
      Mir war da ein bisschen zu viel von allem. Es wirkte etwas überladen und manche Sachen waren für mich nicht wirklich nachvollziehbar.
      Aber wegen eines Flop muss man die Autorin ja nicht gleich in die Wüste schicken ;-)
      Liebe Grüße
      MacBaylie

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  2. Das Buch hört sich gut an und ich habe auch schon viel positives darüber gehört. Ich glaube ich werde das nächste mal gucken ob unsere Bibliothek es da hat. :)
    Lg Steffi

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    1. Kann es dir nur ans Herz legen, Steffi. Es lohnt sich wirklich und ich glaube es würde dir gefallen :)

      LG
      Lilly

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  3. Ui, das hört sich sehr begeistert an.
    Schön, dass es Dir so gut gefallen hat.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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    1. Danke :)
      Ich habe ja damals deine Rezi gelesen und war erst skeptisch, aber mich konnte es tatsächlich mitreißen. Mein Verstand würde zwar so manche Begebenheit ebenfalls als 'too much' empfinden und unglaubwürdig, aber ich war so emotional gepackt, dass der Verstand sich ausgeschaltet hat. :)

      LG
      Lilly

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  4. Uh Linna singt steht auch noch in meinem Regal nun freue ich mich umso mehr darauf :3
    Halo kann ich dir nur empfehlen, wenn du auf eine ein bisschen kitschige sehr romantische und gefühlvolle Liebesgeschichte stehst.

    LG Lielan ♥

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    1. Genau, ab und alese ich gerne ein bisschen kitschige, romantische und vor allem gefühlvolle Liebesgeschichten. :) Passt also zu mir!

      Bin gespannt, wie dir Linna singt gefällt.

      LG
      Lilly

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  5. Wenn mich mein Kindle nicht immer davon abhalten würde, dann würde ich das Buch wohl auch beenden. Dabei ist es wirklich toll, ich bin momentan nur ganz vom Tablet angetan ;-)

    Sehr schöne Rezension. Bis jetzt, bin bei der Hälfte, kann ich deinem Fazit noch voll zustimmen ;-)

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. *hahaha* Mir geht es immer noch umgekehrt. Ich lese auf dem Kindle gerade Lord of the Fading Lands. Das Buch ist richtig gut, aber irgendwie lese ich immer die 'richtigen' Bücher eher und komme auf dem Kindle nicht weiter :D

      Aber schön, dass der neue Kindle dir so gefällt.
      Ich freue mich auf deine Rezi zu Linna und bin gespannt, ob es dir am Ende auch so gut gefällt wie mir. :)

      LG
      Lilly

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