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Dienstag, 16. September 2014

Rezension: Land ohne Lilien - Lauren DeStefano



Geraubt [Land ohne Lilien Band I] von Lauren DeStefano
Empfehlung für: Liebhaber leiserer, in sich ruhender und gefühlsbetonter Geschichten mit dystopischem Anstrich // Jugendliche ab 15





Das Cover

Das Cover des Buches ist ja doch relativ anders als die ‚alte’ Ausgabe, die noch unter anderem Titel erschienen ist. Ich persönlich finde diese neue Gestaltung sehr viel schöner. Der Titel ist irgendwie besonders und schön und ich finde das Mädchen mit den intensiven dunkelroten Haaren und dem weißen Kleid als Kontrast einfach nur total hübsch. Sie ist ein echter Blickfang. Sehr stimmig wurde die Farbe des Titels an die Haarfarbe des Mädchens angepasst. Wenn man das Buch gelesen hat, findet man in dem Cover noch die versteckten Symbole und das gibt dem Ganzen noch einen weiteren tollen Effekt. Sehr gelungene Neugestaltung.



Kurze Inhaltsbeschreibung


Land ohne Lilien ist eine Dystopie. Es geht um das junge Mädchen Rhine. Sie wird eines Tages unter Vortäuschung eines Stellenangebots in eine Falle gelockt und zusammen mit anderen Mädchen entführt. Sie und zwei weitere Mädchen werden schließlich weggebracht, während man die anderen Mädchen erschießt. Rhine, Jenna und Cecily werden zum Anwesen von Linden gebracht. Sein Vater hat die drei Mädchen ausgesucht, damit sie seinen Sohn heiraten. Für manche Mädchen ist das Leben als Ehefrau – oder sogar erste Ehefrau – ein Traum. Sie sind in Sicherheit, haben alles was sie brauchen und können es sich gut gehen lassen. Doch Rhine empfindet die Ehe als goldenen Käfig und kann nur an Flucht denken. Sie möchte unbedingt zurück zu ihrem Zwillingsbruder. Doch allein kann sie nicht entkommen. Sie braucht Verbündete und muss zudem Lindens Vertrauen gewinnen. Eine gefährliche Sache, denn Linden selbst scheint ebenfalls bloß ein Gefangener zu sein …



Schreibstil und Storyverlauf

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Geschichte lässt sich sehr gut lesen. Es gelingt der Autorin sehr eindringlich die Gefühlswelt ihrer Protagonistin und ihr Umfeld zu beschreiben. Man fühlt sich in Rhines Welt hineingezogen, obwohl man gar nicht viel über die Welt weiß, in der sie lebt. Es ist eher eine ruhige Geschichte, die nicht wie andere Dystopien mit viel Action oder Spannung glänzen kann. Es sind leisere Töne, verzweifeltes Flüstern und menschliche Abgründe, die die Geschichte spannend machen und einen mitfühlen lassen. Im Zentrum steht die psychologische Entwicklung, Themen wie Freundschaft, Liebe und Freiheit und die werden durch eine interessante Idee und tolle, starke Figuren transportiert. Das Ende ist in sich rund und man könnte den Auftakt der Reihe durchaus auch als Einzelband lesen.




Die Charaktere und ihre Entwicklung

Im Zentrum der Geschichte steht die Protagonistin Rhine. Sie ist sechzehn Jahre alt und aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt. Und zwar im Präsens.
Normalerweise mag ich diese Erzählvariante nicht so gerne wie das Präteritum, aber diesmal fand ich es sehr passend. Denn es drückt eine gewisse Aktivität aus, die der in sich ruhenden Geschichte gut getan hat.
Rhine ist sehr unabhängig, verantwortungsbewusst und reif für ihr Alter. Dies liegt aber in der Art, wie ihre Welt aufgebaut ist, wo sie herkommt und wie sie bislang lebte. Ihren Hintergrund erfährt man sehr schnell und man erlebt sie fortan nur noch in ihrer neuen Lebenssituation. Ich fand Rhine sehr sympathisch und konnte gut in ihre Gefühls- und Gedankenwelt abtauchen. Wie sie die Menschen wahrnimmt, wie sie sich auf sie einlässt und Freundschaften knüpft hat mir besonders gut gefallen. Die Liebesgeschichte ging mir allerdings etwas schnell. Sie war romantisch und schön beschrieben, aber irgendwie zu plötzlich. Auf der anderen Seite ist es verständlich, wenn man bedenkt, dass Rhine nur noch vier Jahre zu leben hat und die Welt in der sie lebt einfach anders funktioniert als unsere Welt.

Linden war leider eine etwas blasse Gegenspielerfigur. Ich mochte ihn irgendwie, weil seine Gefühle für Rose mich sehr berührt haben, aber leider blieb er trotzdem eher oberflächlich und ich konnte nie ganz mit ihm warm werden.
Ähnliches galt auch für Gabriel. Den ich ebenfalls sympathisch fand. So wie er sich um Rhine kümmert und ihr zur Seite steht. Aber seine Passivität und seine Naivität fand ich in diesem anspruchsvollen Gefühls- und Gedankenwelt aus Rhines Sicht etwas störend. Vielleicht konnte ich daher nicht ganz nachvollziehen, warum sie sich in ihn verliebt. Möglicherweise hatte ich den Eindruck, sie passen gar nicht so gut zusammen.

Während Cecily mir eher auf die Nerven ging, muss ich sagen, hat mich vor allem Jenna als Nebenfigur total begeistert. Ich mochte sowohl sie als Figur, als auch ihr Verhalten in der Situation und ihre unsichtbare Stärke, mit der sie sich auf ihre Art nicht hat brechen lassen wollen. Einfach eine super sympathische, tragische Nebenfigur, die ich sehr liebgewonnen habe.



Fazit
Eine Dystopie, die mit leisen Tönen spricht und eine eindringliche Geschichte erzählt, in der es um Freundschaft, Vertrauen und Freiheit geht. Wer es gerne auch mal psychologisch und gefühlsbetont hat, der wird hier wunderschöne emotionale Lesestunden finden. Wer es lieber spannend und rasant hat, der sollte vielleicht eher nach einem anderen Buch greifen. Die Stärke von Land ohne Lilien liegt in seiner in sich ruhenden Geschichte und seinen tollen Charakteren, die dem ganzen die nötige Lebendigkeit geben.      

Kommentare:

  1. Yeaaaaah 5 Feen! *-*
    Ich wusste einfach, dass dir diese Reihe gefallen wird. Irgendwie musste ich ja auch mehrfach während des Lesens an dich denken, weil ich das direkt im Gefühl hatte :D. Ich kenne halt deinen Lesegeschmack. Ich denke Cecily ging uns wohl allen auf die Nerven... und Jenna, ja Jenna muss man einfach lieben :) ♥.

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    1. Ja, du hattest vollkommen Recht. ♥ Aber das war ja klar ;) Du kennst mich eben :*

      Jenna ist so ne tolle Figur. Ich mochte sie wirklich sehr. Bin jetzt echt mal gespannt, wie die Geschichte im zweiten Band weiter geht.

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