Begrüßungstext

Hallo ihr Lieben,
ich begrüße euch ganz herzlich in meiner gemütlichen, verspielten Bücherecke.
Viel Spaß beim Stöbern, Lesen, Mitverfolgen.

Seiten

Samstag, 24. Januar 2015

Rezension: Der Märchenerzähler




Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis
Leseempfehlung für: Leser, die gerne anspruchsvolle und berührende, sowie absolut spannende Geschichten lesen. Eine faszinierende, einmalige, beinah verstörende, jedoch märchenhaft bezaubernde Geschichte, die zu meinen absoluten Jahreshighlights 2014 gehörte.




Das Cover

Das Cover des Buches wirkt auf den ersten Blick nicht besonders oder bemerkenswert anders. Es ist sogar recht unauffällig und aufgrund der tristen, blassen Farben, scheint es irgendwie zu verschwinden und geht in der ‚bunten’ Menge der Buchcover leicht unter.
Aber wenn man sich die Zeit nimmt genauer hinzusehen, schafft es das Cover, wie ich finde, einen sehr schnell in den Bann zu ziehen. Es geht einfach eine ganz gewisse Stimmung vom Buch aus. Eine düstere, bedrohliche und dennoch sehr faszinierende Atmosphäre. Ich war sofort gefesselt und nach dem Lesen muss ich sagen, dass das Buchcover nicht perfekter zur Geschichte hätte passen können. Man findet in der Geschichte genau die triste, bedrohliche, düstere und doch absolut faszinierende Stimmung, die der Einband verspricht.


Kurze Inhaltsbeschreibung

Die unschuldige und wie sie selber sagt, in einer blauen Blase lebende Anna kennt Abel, den alle nur den Kurzwarenhändler nennen nicht wirklich. Niemand scheint Abel wirklich zu kennen. Durch Zufall, oder vielleicht ist es auch mehr, entdeckt sie etwas in Abels Augen und seine Worte berühren etwas in Anna. Man könnte sagen, er öffnet ihr die Augen und sorgt für Risse in Annas Blase. Von da an folgt Anna ihm und lernt dabei nicht nur Abel, den Märchenerzähler kennen, sondern auch Abels kleine Schwester Micha. Sie lauscht Abels Märchen von der Herzkönigin, die von vielen Gefahren bedroht ist, weil alle ihr Kristallherz für sich wollen. Das Märchen ist zauberhaft und doch gibt es eine Gefahr in dem Märchen. Eine böse, dunkle Präsenz und Anna spürt, dass von dem Märchen, das Abel erzählt eine Gefahr ausgeht. Doch was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist und die Grenze zur Realität verschwimmt …

Schreibstil und Storyverlauf

Der Schreibstil von Antonia Michaelis hat mich tatsächlich bereits nach den ersten Sätzen absolut fasziniert und ich habe mich richtiggehend, in ihre Art zu schreiben und eine Geschichte zu erzählen, verliebt. Ihr gelingt es mit wenigen Sätzen und trotz wenig detailreicher Beschreibungen so viel Atmosphäre und Stimmung zu kreieren. Die Stimmung des Buches ist wirklich einzigartig und sehr, sehr intensiv. Ich hatte das Gefühl mitten drin und dabei zu sein. So gab es Stellen im Buch bei denen ich vor Angst bald durchgedreht bin und es mir richtig gruselig zumute war und wiederum Stellen, die wahnsinnige Beklemmung in mir ausgelöst haben und große Traurigkeit. Und es gab Situationen, in denen mein Herz aufging und ich mich den Figuren sehr, sehr nah gefühlt habe.
Eine ganz beeindruckende Geschichte, die super spannend ist, furchtbar berührend und emotional und ein sehr beklemmendes, ernstes Thema behandelt. Definitiv nichts für schwache Nerven und doch SO lesenswert. Einfach großartig.


Die Charaktere und ihre Entwicklung

Abel ist eine Figur des Buches, die mich von Beginn an in seinen Bann ziehen konnte. Er hat so schnell mein Herz für sich gewonnen. Seine verschlossene, misstrauische Art. Der Umgang mit seiner Schwester. Seine Probleme, selbst seine dunklen Seiten, all das hat mich tief berührt und ich habe mich Abel immer sehr nahe und verbunden gegenüber gefühlt.
Seine Märchen und die Art, wie er sie erzählt, waren mysteriös, beängstigend und gleichzeitig wunderbar. Ab einem bestimmten Punkt im Buch ergibt sich eine Wendung, die mein Herz nicht lesen wollte. Ich wäre gerne blind durch die Geschichte gelaufen und konnte es nicht. Dennoch gehörte mein Herz bis zum Ende Abel. Ob das möglich ist, müsst ihr selbst herausfinden und dann werdet ihr es wissen.

Anna war eine Protagonistin, die zunächst den Anschein macht, nicht unbedingt einfach zu sein. Sie ist naiv, jung und verhält sich wie ein typisches Mädchen, das behütet aufgewachsen ist und nicht weiß, was es vom Leben will. Alles scheint vorbestimmt und Anna lebt nur vor sich her. Es war sehr befremdlich wie sie zu ihren Freunden steht, sie beschreibt oder auch wie sie ihre Eltern mit Vornamen anspricht und auch mit Vornamen von ihnen denkt. Aber irgendwie passte es zu der Figur und die Entwicklung die Anna durchmacht ist bemerkenswert und sehr überzeugen. Auch sie mochte ich sehr gerne und ihr Schicksal ist umso schlimmer. Das Ende hat mir wirklich das Herz gebrochen.

Ich will noch erwähnen, dass die Nebenfiguren Micha und Bertil zwei ganz besonders gelungene Nebenfiguren waren. Die eine zuckersüß und für ein kleines Mädchen so furchtbar einfühlsam und liebenswert und Bertil einfach nur schrecklich gruselig und uneinschätzbar und doch so echt, das man das Gefühl hat selbst ebenfalls so einige ‚Bertils’ zu kennen.


Fazit

Das Buch ist ein Schatz im Bücherregal und erzählt eine spannende, gruselige, düsteren, absolut faszinierende und unendlich berührende Geschichte, die ich einfach nur jedem Leser empfehle. Großartig geschrieben und eines meiner absoluten Jahreshighlights 2014. Von der Autorin möchte ich fortan nie wieder ein Buch lesen und zugleich (was ich natürlich auch machen werde) jedes Buch verschlingen. Die Geschichte von Abel, dem Märchenerzähler sollte jeder lesen.    

1 Kommentar:

  1. Guten Morgen liebe Lilly,

    auch für mich war "Der Märchenerzähler" damals mein Highlight, einer der wenigen Bücher, die nicht ich verschlungen habe, sondern die mich verschlungen haben. Es wirkte noch Tage nach und ich konnte kein anderes Buch lesen. Das kommt selten vor. Ich weiß genau was du schrecklich fandest, auch mir ist das Herz zersplittert, obwohl bis dahin noch alles so märchenhaft klang. Zugegeben, ein düsteres Märchen. Ich dachte Antonia Michaelis übertrifft sich nicht mehr, was dieses eine Thema betrifft. Falsch gedacht, ich hab vor kurzem "Niemand liebt November" gelesen und wurde eines Besseren belehrt.
    Ach übrigens bin ich über dein Rezension Verzeichnis hierher gekommen und da steht "Der Mädchenerzähler" :D
    Liebe Grüße Cindy

    AntwortenLöschen

Gesamtzahl der Seitenaufrufe